- Die Wassermühle am Laßbach
Die Mühle ist auch unter der Bezeichnung Kükenbrucher Mühle und Selser Mühle bekannt. Das Dorfwappen von Kükenbruch verdeutlicht den Stellenwert der Mühle in der Dorfgemeinschaft.


Mühlengebäude von 1880 Es handelt sich bei der Wassermühle am Laßbach um ein Ausleitungskraftwerk. Durch eine oberhalb im Mutterbett installierte Wehranlage wird das Wasser durch einen längeren Obergraben zum Wasserrad geleitet, um dort das maximale Gefälle (5,5 m) zum Antrieb des Wasserrades und der nachfolgenden Mühlenbestandteile nutzen zu können. Anschließend gelangt das Wasser durch den Untergraben wieder zurück in das Hauptgewässer, den Laßbach.

1614 erscheint der Name Mühlenkamp erstmals in einem Grundbuch. Gut möglich, dass eine Mühle an dieser gut geeigneten Stelle schon länger bestand. “1880“ ist in den Sandsteinsturz über der Mühlentür eingemeißelt. Es wurde auf das vorhandene Kellergeschoss aus Sandsteinmauern ein Klinkerbau errichtet. Die vorherige Mühle bestand aus Fachwerk. So weisen auch die Balken in den Zwischendecken Spuren von früherer Verwendung auf. Das Mauerwerk einer Mühle hatte durch die Erschütterung schwerer Geräte keinen sehr langen Bestand.
Die Mühle ist 15,5 m lang und 12 m breit. Das Kellergeschoss mit dem Mühlenwellendurchlass dient als Antriebs- und Maschinenraum. Das Mittelgeschoss enthält die Mahlgeräte und diente der Geschäftsabwicklung. Im Dachgeschoss befindet sich der Kornboden.
Der historische Mühlendrift (heute Wanderweg Mühlendrift ) wurde schon im 15. Jahrhundert erwähnt. Dokumentiert ist, dass im Jahr 1750 beim hannöverschen Amt zu Sternberg die Konzession zu einer Öl- und Grützmühle beantragt wurde. Das Amt Sternberg war nämlich von 1733 bis 1781 vom lippischen Grafen an Hannover verpfändet. Im Jahr 1850 wurde ein Schrotgang mit einem neuartigen Mühlstein eingerichtet, der eine höhere Effizienz ermöglichte. Bis in das Jahr 1965 wurde durch den Müller Heinrich Selse Getreide gemahlen. Der Schrotgang und zwei Walzenstühle sind noch aus dieser Zeit vorhanden. Auch alle anderen Geräte und Maschinen sind noch, außer dem Mühlrad, im Originalzustand. Das Mühlrad wurde im Jahr 2001 durch ein Metallrad ersetzt.

Oberschlächtiges Mühlrad mit einem Durchmesser von 4,4 m (Bild nach Umbau im Jahr 2001) 
Schrotgang 
Einer von zwei Walzenstühlen. Rechts davon ist der Elevator (Gurtbecherwerk) mit Sichtfenster zu sehen 
Dachgeschoss 
Mittelgeschoss 
Kellergeschoss mit Antriebseinheit
- Das neue Mühlenwehr
DAS NEUE MÜHLENWEHR WURDE ERFOLGREICH IN BETRIEB GENOMMEN
Nachdem am 3. Oktober 2024 durch den dritten Mühlenaktionstag der Grundstein für ein neues Mühlenwehr gelegt wurde, konnte an Himmelfahrt, den 29. Mai 2025, das Werk vollendet werden. Im letzten Jahr wurde eine geschweißte Stahlkonstruktion aus Doppel T-Trägern und U-Stahl Segmenten in Beton gesetzt. Zuerst wurde ausgebaggert und für das weiterhin fließende Wasser ein Kanalrohr verlegt. Damit das Wasser nur durch das Rohr fließen konnte, wurden Sandsäcke verlegt.
Am 29. Mai war es dann soweit. Die Sandsäcke und die Betonschalung wurden entfernt. Bei dem zusammengesteckten zweiteiligen Rohr, wurde das Vorderteil heraus gezogen. Das verbleibende Rohr bekam einen Stopfen und die Holzbretter zum Aufstauen wurde in die Nuten der Doppel T-Träger eingelegt. Der Zufluss und die Rinne wurden von Laub und Ästen gesäubert und das Wehr wurde von beiden Seiten mit vorhandenen Bruchsteinen vom Mühlenkamp Grundstück verziert. In kurzer Zeit staute sich das Wasser wieder auf und lief in die Rinne, um das Mühlrad wieder zum Drehen zu bringen.
Das Wehr macht einen sehr guten Eindruck und sieht nach einer langzeitstabilen Lösung aus. Auch heftige Regenfälle sollten diesem Bauwerk nichts anhaben.
Ganz herzlichen Dank allen Beteiligten für euer Mitwirken und die Begeisterung für die Mühle!











































