

Das Mühlengästehaus wurde als Wohnhaus 1747 an der Stelle eines baufälligen Hauses neu errichtet, erstreckt sich mit der Längsachse in Ost-Westrichtung 18, 5 m lang und 12,5 m breit mit einem Anbau im Osten von 5 m mal 3,5 Metern. Als Vierständerhaus im niedersächsischen Bauernhausstil verfügt es über zwei ausgebaute Geschosse und einem hohen, früher zur Heulagerung dienenden, nicht ausgebauten Dachstock unter einem Krüppelwalmdach. Die Wände sind mit Ziegelstein ausgebaut. Lehmgefache sind nur noch ganz vereinzelt vorhanden. Der Westgiebel wurde auf Lattung mit Zementplatten verkleidet. Die Westeingangstür wurde 1985 mit einem schiefergedeckten Vordach versehen.

Das Dach des Mühlengästehauses wurde 1992 mit roten Ziegelpfannen neu eingedeckt. Die große Diele von fast 60 m² Grundfläche und über beide Geschosse reichend, war früher zentraler Wirtschaftsraum. Zu ihren Seiten befanden sich Kuh- und Pferdeställe. Die Dielentür gestattete die Durchfahrt eines beladenen Heuwagens. Heu wurde früher gestakt, später mit einem Greifzug auf den Heuboden befördert. An der Stirnseite der Diele befand sich eine offene Feuerstelle (Rauchhaus). Seit 1946 ist der Dielenfußboden mit Terazzo ausgestattet. Vorher waren es größere Sandsteinplatten.

Über der Dieleneingangstür sind geschnitzte Balken mit der Inschrift:

“MIT GOT(T) HABE ICH GEBAUT DI(E)S HAUS UND WAN(N)S DEM GEFÄL(L)T WIL(L)
ICH DA WI(E)DER RAUS * HENRICH ERNST LUTTER UND ANNA ILSABEN KLAGES
LAS(S) DIE NEIDER NEIDEN * HIE(R)HER HAT UNS GOT(T) BESCHEIDE(N)“
Links unterhalb davon befindet sich die Lippische Rose, mittig ein Müllerzeichen mit den lippischen Farben Rot und Gold (Gelb) und rechts der achtstrahlige Stern der Grafschaft Sternberg.


